Preisträger Architektur

Rotor Architects

Preisträger

Das 2005 gegründeten Kollektiv arbeitet an der Neugestaltung des Materialeinsatzes in Architektur und Bauwesen, denn die große Aufgabe der Architektur liegt zukünftig nicht mehr im Neubau, sondern im Um-und Weiterbau, heißt es oft. Aber was bedeutet das genau und welche Konsequenzen müsste diese Analyse für die Architekturdisziplin haben? Niemand hat das in den letzten Jahren so breit und intensiv erprobt wie das Büro Rotor. Wie der Name schon andeutet, geht es dabei um Kreisläufe, konkret um Materialkreisläufe.  Gemeinsam mit einer Juristin haben sie ein „Vademekum für eine Wiederverwendung von Baumaterialien“ erarbeitet. Der Leitfaden verbindet eine genaue Untersuchung der legalen Rahmenbedingungen mit den praktischen Erfahrungen, die Rotor im Laufe der Jahre bei der Wiederverwertung von Bauelementen gemacht hat.

ANTONAS Office

Nominiert

 Aristide Antonas gilt international als einer der intellektuell versiertesten Akteure in der aktuellen Debatte um eine kulturkritische Theoriebildung für das derzeit fragile Europa.

Eine große Herausforderung in der gegenwärtigen Diskussion um Architektur und Stadt ist die kritische Auseinandersetzung mit zunehmend stärker werdenden neoliberalen Okkupierungsmechanismen in Europa. Aristide Antonas, griechischer Architekt und Philosoph, war einer der Ersten, die sich aktiv mit dieser komplexen Situation auseinandersetzt haben und nach dem Potential gesucht haben, beispielsweise mit Fokus auf konkrete Fragestellungen des sozialen Wohnungsbaus oder der Privatisierung von öffentlichen Räumen in Griechenland.

BRUTHER

Nominiert

Das 2007 in Paris von Stephanie Bru und Alexandre Thériot gegründete Büro „Bruther“ steht für eine Tendenz junger Architekten in Europa, sich mit der Hinterlassenschaft der europäischen „Wohlfahrtsstadt“ der Nachkriegszeit neu zu beschäftigen.

Junge Familien, Einwanderer und Studierende werden in Paris, wie in vielen anderen Großstädten auch, immer weiter an den Rand der Stadt gedrängt. Dabei geht es nicht nur um die massenhaft fehlenden, bezahlbaren Wohnungen. Kommunale Defizite wiegen ebenso schwer. Selbstverständliche städtische Servicefunktionen der 50er und 60er Jahre können sich die Kommunen heute oft kaum noch leisten.

Die beiden französischen Entwerfer loten architektonische Wege aus, unter sehr reduzierten Bedingungen die Idee einer Architektur mit kollektiven Qualitäten neu zu definieren. 

Architecten de Vylder Vinck Taillieu

© Filip Dujardin

Preisträger

Inge Vinck, Jan De Vylder und Jo Taillieu stellen in wenigen Jahren mit einem umfangreichen Werk vermeintliche Gewissheiten über Architektur infrage. Ihre Architektur spielt mit den Erwartungen der Betrachter, ihren Sehgewohnheiten und der Uminterpretation von Materialien. Das Unfertige ihrer Bauten ist Ergebnis eines Prozesses, der so lange wie möglich offen sein soll für Veränderung, für Improvisation.

Atelier Kempe Thill

© Atelier Kempe Thill

Nominiert

André Kempe und Oliver Thill realisieren in Zeiten starken Stadtumbaus und der Suche nach wirtschaftlichen Wohnungsbaukonzepten konsequent, zielstrebig und innovativ poetische, funktionale und schöne Bauten. Sie schaffen mit zurückhaltendem architektonischem Ausdruck ein Gegenmodell zu stark individualisierter Architektur und beweisen mit jedem Projekt ihr Interesse an gesellschaftlichen Fragen.

Frühere Preisträger*innen